Kultureller Reichtum

Die Dörfer an den Sonnigen Halden sind eine wahre Schatztruhe für Kulturinteressierte. Die kleinen Gemeinden erhalten ihre Traditionen mit grosser Sorgfalt und pflegen ein aktives Dorf- und Vereinsleben mit Gesang, Alphorn-, Blas- und Ahnenmusik. In den Kleinmuseen werden Themen wie der Weinbau, die Geschichte der Wasserversorgung oder die Viehhaltung auf anschauliche Weise vermittelt.

Dorfkultur

Baltschieder: Das älteste Theater der Welt

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Das Dorf Baltschieder darf stolz sein, das älteste Theater der Welt aufzuführen. Das Wildmann-Spiel wurzelt tief in der heidnischen Vorzeit und geht alle zehn Jahre über die Bühne. Es handelt von einem mit Fellen und Moos bekleideten Wilden, der seiner Untaten wegen vor Gericht gestellt und hingerichtet wird. Das Amüsante an der Aufführung ist, dass das „wilde Mandji“ aktueller dörflicher Vorfälle bezichtig wird. Hier kann der Volkswitz so richtig aufblühen. Weitere Informationen

Mund: Kulturelle Vielfalt

Das Dorfleben von Mund ist geprägt von einer ausserordentlichen kulturellen Vielfalt. Hier wird die kirchliche Tradition weiterhin gelebt. An Fronleichnam und am Segensonntag kommt das ganze Dorf zu einem Festgottesdienst und einer Prozession zusammen. In ihrer Freizeit treffen sich die Dorfbewohner/innen in verschiedensten Musik-, Sport- oder Landwirtschaftsvereinen. Den musikalischen Bereich beispielsweise vertreten Trommler und Pfeifer, Musikgesellschaft, "Guggumüsig", Jodlerklub, Ländlerkapellen, Kirchenchor und eine volkstümliche Grossformation.

Dorfführungen

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Ausserberg

Der geführte Rundgang bietet Gelegenheit, die zahlreichen und auf den ersten Blick unscheinbaren Sehenswürdigkeiten wie die "Pfrüemdschiir", den Driel (Weinpresse), das Burgerhaus (erbaut 1645) und die Mühle sowie die Ausstellungen im Museum Ausserberg zu besichtigen.

  • Daten: Ende Juni bis Mitte Oktober, jeweils am Mittwoch um 17.30 Uhr
  • Treffpunkt: Dorfplatz Ausserberg
  • Dauer der Führung: 1.5 - 2 Stunden
  • Preis: kostenlos
  • Spezialführungen: auf Anfrage zum Preis von CHF 90.00
  • Kontakt: Ruth Günter, Schloss, 3938 Ausserberg, Tel.: +41 (0)27 946 87 56 oder unter paul-ruth.guenter@bluewin.ch

Voralpe Finnen, Eggerberg

Oberhalb von Eggerberg liegt die Voralpe Finnen, ein beliebter Aussichtspunkt auf die Gipfel der Walliser Alpen. Bemerkenswert sind die uralten Heidenhäuser, die Sie auf einer Dorfführung besichtigen können. Kontakt: Gemeindebüro, Tel.: +41 (0)27 946 43 70, E-Mail: info(at)eggerberg.ch, www.eggerberg.ch

Kulturerbe Suonen

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Suonen sind historische Bewässerungskanäle und haben ihren Ursprung im Wallis. Die offen geführten Wasserleitungen bringen das kostbare Schmelzwasser von den Gebirgsbächen auf die Wiesen und Äcker.

In Ausserberg wurden seit jeher Landwirtschaft und Viehzucht betrieben. Das trockene, heisse und windige Klima machte den Einheimischen jedoch immer wieder zu schaffen. Um die Felder zu bewässern sollte Wasser aus dem Bietschtal herbeigeleitet werden. Unter Einsatz des eigenen Lebens bauten sie entlang der schroffen Felswände kühne Wasserleitungen, die aber immer wieder von Lawinen und Schutt zerstört wurden. Die Ausserberger mussten nach einer neuen Lösung suchen. Diesmal sollte das Wasser aus dem Baltschiedertal herbeigeführt werden. Das Gelände war etwas weniger gefährlich und schliesslich gelang das halsbrecherische Unterfangen. In einem Dokument von 1370 tauchen zum ersten Mal die zwei Wasserleitungen „Undra“ und „Mittla“ auf. Im Jahr 1381 wurde die dritte Wasserleitung, das „Niwärch“ gebaut, die gefährlichste Wasserleitung, die in schwindelerregender Höhe mit vielen Kenneln angelegt war. Später hat man die Wasserleitungen im Felsen ausgesprengt und die Kennel verschwanden.
Aus dem Baltschiedertal wird das Wässerwasser mit der "Gorperi " und der "Laldneri" herangeführt. Die "Gorperi" wurde naturnah saniert und präsentiert sich heute als eine der eindrucksvollsten Wasserleitungen des Oberwallis. In der "Meerheji" (20 Gehminuten vom Weiler Eggen entfernt) wurden die ursprünglichen Holzkännel wieder angebracht. Ein uraltes Kulturerbe ist damit gerettet.

Noch heute ist die Gemeinde Ausserberg von der Zuleitung des Gletscherwassers aus den jahrhundertealten Leitungen abhängig. Von den Hauptsuonen sind immer noch über 40 Kilometer in Betrieb.

Kalkbrennöfen von Ausserberg

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Im Jahre 1993 begann die Kulturkommission Ausserberg mit freiwilligen Helfern mit der Restauration zweier Kalkbrennöfen aus der Zeit vor 1600. Dabei handelt es sich um die Kalköfen "Fuxschluocht" und "Donnereggi".
Gebrannter Kalk war bis ins 20. Jahrhundert hinein das gebräuchlichste Bindemittel für die Herstellung von Mörtel und Verputz. Fast in jedem Dorf verstand es jemand, einen Kalkofen einzurichten. Da die beiden Öfen um Ausserberg ausserhab des Dorfes standen, blieben sie über die Jahrhunderte erhalten. Im Jahr 1982 fand ein Geologiestudent die zwei Ruinen der Kalkbrennöfen.
Die beiden Zeugen eines alten Handwerks können auf einem beschilderten Rundweg besucht und bestaunt werden. Der Weg führt über die Choruderri - Niwärch - Donnereggi - Biela - Millachra nach Ausserberg und bedeutet ca 1.5 bis 2 Stunden Fussmarsch.

Der Kulturweg

Der Kulturweg

Bahnhof Ausserberg - Chalchofu - St. German - Burgkirche Raron

Als "Kulturweg" wird der uralte Weg zwischen Ausserberg und Raron bezeichnet. Diese Wegverbindung hat kulturhistorische Bedeutung: In früheren Jahrhunderten, als die Talebene noch nicht entwässert und der Rotten noch nicht eingedämmt war, führte nur dieser eine Weg durch das Rhonetal. Dieser Weg blieb bis heute als Naturweg erhalten und gilt als beliebter Wanderweg, der in nicht allzu strengen Wintern das ganze Jahr über begehbar ist. Er zählt zum Hauptwanderwegnetz der Schweiz und führt durch eine sehr vielfältige Natur-, Kultur- und Sakrallandschaft.  Die sehr einfache Wanderung eignet sich auch für Familien.

Der Weg beginnt in Ausserberg, einem schmucken Dorf mit viel alter Bausubstanz: Mühle, Stadel, Speicher, Weinpresse, Burgerhaus, St. Joseph-Kapelle...  Die zweite Station ist St. German, ein Weindorf mit 4000-jährigen Wohnspuren. Die Hälfte der Wanderung liegt nun hinter Ihnen, bei einem Gläschen Einheimischen können Sie sich ausruhen. Anschliessend geht es über den Heidnischbiel, einem bedeutenden Fundort vorchristlicher Zeit. Neben vielen heidnischen Gräbern wurden dort auch die ältesten Pflugspuren der Schweiz (3900 v. Chr.) freigelegt. Schon bald sind Sie über den Burghügel in der Talebene angelangt. Auf dem Burghügel im alten Pfarrhaus befindet sich seit 1994 ein Museum, das Persönlichkeiten mit Regionalbezug die Ehre erweist. Ein Raum ist dem Lyriker Rainer Maria Rilke (1875 - 1926) gewidmet. Sehenswert sind auch das Maxenhaus, das Zentriegenhaus und natürlich die vollständig im Felsinneren befindliche St. Michaelskirche am Fusse der Burg.

Für weitere Informationen sowie Anmeldung der geführten Wanderung: www.derkulturweg.ch
Stiftung "der Kulturweg"

Verkehrsverein Sonnige Halden
3938 Ausserberg
Schweiz
Tel.:+41 (0)27 946 63 14
info(at)sonnige-halden.ch

 
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